Die immer weiter steigende Bildauflösung und Bildrate pro Sekunde lassen scharfe und flüssige Videoaufnahmen zu. Durch die hohe Lichtempfindlichkeit der Bildsensoren, sind Farbbilder bei geringsten Lichtverhältnissen möglich. Bei Kameras mit Zoom- und Schwenk-Neige-Funktionen kann der Aufnahmebereiche optimal an die Erfordernisse angepasst werden. Eine Objektverfolgung ist ebenfalls bei einigen Kameramodellen realisiert.

Kamera mit Schwenk-Neige-Funktion

Neben einer Bewegungserkennung sind Kameraeinstellungen für Personen-, Fahrzeug- und Tier- Erkennungs-Empfindlichkeit bei vielen Modellen Standard. Die Programmierung zur Auswertung der Bildinformationen hat nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Beispiele sind die Schildererkennung bei Fahrzeugkameras, die Kennzeichenauswertung in Parkhäusern oder auch die Gesichtserkennung bei Computern und Mobiltelefonen zum Entsperren der Geräte.

Die Videoüberwachungen unterscheiden sich auch durch unterschiedliche Bildübertragungen, Bildspeicherungen und Energieversorgungen. Bei der Bildübertragung sind WLAN- und LAN am häufigsten anzutreffen. Bei LAN gibt es auch POE, dies bedeutet Power Over Ethernet.  Die LAN-Leitung versorgt die Kamera dabei mit der erforderlichen Energie, die mit einem speziellen Interface in die LAN-Leitung eingespeist wird. 

Die Bildspeicherung bei den Videoüberwachungskameras kann systemabhängig auf Speicherkarten in den Kameras, auf Recordern für Videoüberwachungskameras oder/und in einer Cloud erfolgen.

Zum Betrieb der Kameras wird Energie benötigt. Wurden bei der Grundstücks- und Gebäudeplanung die Videoüberwachung nicht mit eingeplant, so können die Bereitstellung der Energie an den Anbringungsorten der Kamera und die Verlegung der Datenkabel einige Probleme bereiten.

Solarmodul einer Videoüberwachungskamera

Der Installationsaufwand für Datenleitung und Spannungsversorgung entfällt, wenn solarbetriebene WLAN-Kameras zum Einsatz kommen. Die Kameras verfügen über einen integrierten Akku, der über ein kleines Solarmodul aufgeladen wird. Zu beachten ist, dass Akkukapazität und Energieverbrauch des Kamerasystem entscheiden, nach welcher Zeit die Videoüberwachung ausfällt, falls schlechtes Wetter das Akkunachladen mit Solarenergie verhindert.

Wenn Außensteckdosen eher verfügbar sind als Datenleitungen, so bietet sich der Einsatz von WLAN-Kameras an. Die Datenübertragung erfolgt per Funk. Es muss nur noch eine Netzleitung zur Versorgung des Netzteils, dass die Videokamera versorgt, zur Verfügung gestellt werden. Sind Netzteil und Steckverbindungen im Außenbereich eingesetzt, so ist auch ein Schutz vor Witterungseinflüssen erfoderlich. Falls LAN- Datenleitungen mit POE zum Einsatz kommen, sind keine weiteren Leitungen zur Energieversorgung oder Netzteile im Außenbereich erforderlich. Zu beachten ist, dass es beim Einsatz einer Funkdatenübertragung  (z.B. WLAN) eher zu Verzögerungen oder Störungen bei der Datenübertragung als bei Datenleitungen kommen kann.


Beim Einsatz von Videoüberwachung sind die gesetzlichen Bestimmungen zu beachten:

Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit 

Datenschutz Grundverordnung Videoüberwachung


  

Videoüberwachung als Einbruchs- und Diebstahlschutz

Es gibt keine Maßnahmen, die einen Einbruch oder einen Diebstahl zu 100% verhindern. Eine gute Beleuchtung, in Kombination mit einer zweckmäßig gestalteten Bepflanzung kann, zusammen mit baulichen einbruchhemmenden Maßnahmen, einen Einbruch unattraktiver machen. Während der Zeit für das Öffnen eines Gebäudes bieten Dunkelheit und Sichthindernisse auf den Täter, diesem Schutz vor dem Entdeckt werden. Ob Personen, die den Täter als Zeugen identifizieren oder die die Polizei alarmieren könnten, anwesend sind, kann der Täter durch einen 360 Grad Blick überprüfen.

Wird an diesem Ort eine Videoüberwachungstechnik eingesetzt, so bleibt für den Täter ungewiss, ob er aktuell beobachtet wird und welche unmittelbaren Folgen sein Handeln für ihn hat.

Die Anzahl und Art der Kameras, sowie die Höhe der Anbringung, sind entscheidend für die aufgenommenen Videos. Hoch angebrachte Kameras sind durch die Installationshöhe schlechter zu erreichen. Eine Manipulation oder Zerstörung wird erschwert. Die Aufnahmen dieser Videokameras sind häufig aus der Vogelperspektive, dies bedeutet, Gesichter werden leicht durch Mützen oder Kapuzen verdeckt. Bei niedrig installierten Kameras ist häufig eine Gesichtserkennung, soweit die Täter nicht maskiert sind, möglich.

Falls die Kameras mit einer Infrarot-Lichttechnik ausgestattet sind, können auch bei absoluter Dunkelheit schwarz-weiß Videos aufgenommen werden. Die Infrarotlampen in den Kameras leuchten jedoch in der Dunkelheit minimal rot. Hierdurch sind die Kameras in der Dunkelheit zu lokalisieren. Zweckmäßig sind Infrarotscheinwerfer, die von den Kameras entfernt angebracht werden. Beim Einsatz von sehr lichtempfindlichen Kamerasystemen sind auch Farbaufnahmen bei geringstem Licht möglich. Infrarotbeleuchtung ist damit nicht erforderlich. 

 

Licht für die Videoaufzeichnungen könnte auch durch Lampen, die über Bewegungsmelder aktiviert werden, erfolgen. Bei den Beleuchtungen ist zu beachten, dass diese nicht unmittelbar zur Videoüberwachungskamera scheinen, sie nicht blenden und dadurch Überwachungsvideos untauglich machen.

Alarmierungsfunktionen von Videoüberwachungssystem:

Viele Kamerasysteme haben die Möglichkeit Nachrichten, im Falle von Bewegungs-, Personen-, Tier-, oder Autoerkennung innerhalb des Bildbereiches, zu senden. Die Anzahl dieser Benachrichtigungen kann schnell störend werden, wenn sich viele alarmauslösende Ereignisse unter normalen Bedingungen im Videoüberwachungsbereich ereignen. (Familienmitglieder, Freunde kommen und gehen, Post- und Paketboote bringen Artikel zum Haus, Nachbars Katze läuft in den Vorgarten,…)